#Buchempfehlungen zum digitalen Wandel der Gesellschaft

Komplexität, Klaus Mainzer – UTB München 2008
Das Erscheinungsdatum habe ich mal fett gedruckt, da folgendes bereits in der Einführung steht:Die Life Sciences beschäftigen sich mit der Komplexität des Lebens … Viren mutieren und schaukeln sich zu globalen Infektionen auf, die sich wie Wellen über den Erdball ausbreiten. (S. 11)…irgendwie gruselig und auch schlau – und evtl. der richtige Zeitpunkt sich damit zu beschäftigen. 
Dieses komplexe System zeigt uns, wie aus der Integration und den vielfältigen Wechselwirkungen seiner Elemente Ordnung und Struktur entstehen kann – der menschliche Geist mit seinen vielfältigen Fähigkeiten und Begabungen, aber auch mit seiner Gefährdung von Chaos, Desorientierung und Krankheit. (S.11) 
Klaus Mainzer stellt als Philosoph und Wissenschaftstheoretiker („Künstliche Intelligenz“, „Wie berechenbar ist unsere Welt“) unsere Vorstellungen von Struktur in vielen (tradierten) Haltungen der Destrukturierung, dem Wandel und der Innovation gegenüber – und tut dies in so unterschiedlichen Bereichen wie in der Informatik, der Wirtschaft und der Gesellschaft. Ein rationaler Blick auf die verschiedenen (Aus-) Prägungen unserer Zeit und den Möglichkeiten, die sie bietet – ohne Wertungen und Entscheidungen vorzugeben.
Im Ganzen: einfach anregend – für die Zeit, wenn wir uns wieder treffen und uns engagiert austauschen können! 
Mathematik für Informatiker für DUMMIES, von Hans-Jürgen Steffens, Kathrin Mühlmann & Christian Zöllner
Dass es „Mathematik für Informatiker für DUMMIES“ eigentlich nicht gibt, stellen die Autor/innen fairerweise vorne an :-)!
Wie wichtig ihnen der Anspruch aber dennoch ist, wird bereits in der Einleitung deutlich:
Das wirkliche Verstehen sowohl in als auch außerhalb der Mathematik beruht auf der Einsicht, auf dem Erfassen von Zusammenhängen. Oder, um einen Rat von Feynman zu bemühen:
„Sag’s mit Worten, wenn wir wissen über was wir reden, kriegen wir die Mathema-tik schon hin.“ (S. 26)
Das genau ist der Grund, warum ich auch Prof. Weth so bewundere (verstehen kann ich ihn leider nicht immer): Wir müssen uns die Mühe machen, uns die Zusammenhänge immer wieder zu verdeutlichen, sonst haben die Schüler/innen keine Chance, sich selbst einen Zu-gang zur Mathematik freizuschaufeln. Was mir ebenfalls schon bis Seite 50 (von 545 …) gut gefällt ist, dass die Autor/innen in großer Selbstverständlichkeit und mit Freude von neue Methoden und neuen Herangehens-weisen sprechen – und sich dafür keineswegs entschuldigen 😉!

Mit besten Grüßen aus dem Mathe-Dschungel von gk am 23.02.2020! …melde mich bei entscheidenden weiteren Erkenntnissen aus dem Buch … Stellt ein Mathematiker … die Frage: „Was stellen Sie sich unter einer Zahl vor?“ kann man ins Grübeln geraten. Vergleichbar mit dem hl. Augustinus bei der Frage nach dem Wesen der Zeit. Man weiß es eigentlich – solange man nicht danach gefragt wird.“ (S. 34)
Ich finde das eine bemerkenswert gute Ausrede für meine nächste Mathe-Fortbildung 😉!
MEHR als 0 und 1 – Schule in einer digitalisierten Welt Beat Döbeli Honegger – Bern 2016
TRANSFORMATION heißt das Thema von Beat Döbeli – und ich bin zweigespalten.
Als 50+ ist für mich „menschliche Service-Leistung“ ein Ausdruck meiner Komfortzone – muss also wirklich jede Tätigkeit, die genau beschrieben werden kann, künftig von einem Computer erledigt werden? Wir werden sehen… und wir Lehrer haben übrigens Glück, als „Unberechenbare“ droht uns dieses Schicksal noch nicht!
Die Transformation trägt bei Döbeli den Begriff LEITMEDIENWECHSEL und ist eigentlich für mich „Normalo“ nicht verstehbar, da die seit vierzig Jahren praktisch ungebrochene Leis-tungssteigerung (des Computers; eigene Anm.) … sowohl der Grund für die enorme Entwick-lung als auch ein Ausdruck für deren schwierige Erfassbarkeit durch die menschliche Vorstel-lungskraft (ist). Menschen können schlecht mit exponentiellen Entwicklungen umgehen, wie bereits die Legende des Schachspielerfinders zeigt. (S. 18 – 19)
Und was macht nun der LEITMEDIENWECHSEL in der Schule? Wahrscheinlich ist es einfach nur eine Frage der Zeit, wann sich die Vernunft durchsetzt und es Räume geben wird, in denen individuelle Lernprozesse gefördert und begleitet werden und wir zudem eine sinnvolle und qualitätvolle Form der Leistungsmessung anwenden – entwickelt wurde sie durch Kompetenzformulierungen schon, die eine differenzierte Sicht auf Prozess und Ergebnis von Lernanstrengungen ermöglicht.
Glücklicher Weise sind viele Menschen schon auf diesem Weg und finden bei Döbeli Bestä-tigung und Anregung, wie die individualisierte Begleitung durch Computer praktikabler wer-den kann. Aktuelle geht’s nicht 😉! Mit besten Grüßen aus dem Digital-Dschungel von gk!
QUER Denken – um die Ecke denken Georg Schumacher u.a. – Kempen 2. Auflage 2019
QUER Denken – um die Ecke denken enthält Übungen, die Sie von starren Denkmustern befreien und kommt dabei nicht besserwisserisch daher, sondern ist ein Spiel, dass gemeinsam zum Grübeln anregt.
Nach den ersten kreativen Auflösungen der gewitzten Geschichten werden wir phantasievoller bei unseren Lösungsversuchen und es kitzelt kühne Vorstellun-gen hervor, die wir ganz analog in der Familie – und später wieder im Freundeskreis – teilen können!
Mit besten Grüßen aus dem Logik-Dschungel 😉

Diese Rezensionen werden verfasst von Gabriele Kraußer

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